Razzia gegen Filesharing-Plattform

20. Dezember 2017

Wie die Polizei bekannt gegeben hat, wurden in einer bundesweiten Aktion gegen das Filesharing-Portal usenetrevolution.info Wohnungen durchsucht und Beweismaterial sichergestellt. Außerdem wurden die Server des Portals abgeschaltet und dieses lahmgelegt.

Vorbild Kinox.to

Die Polizei agierte hierbei ähnlich wie schon im Jahr 2011, als sie in einer bundesweiten Razzia gegen das Streaming-Portal Kinox.to vorging. In Folge der Razzia wurden im Januar 2017 ein Mitbetreiber und der Chefprogrammierer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Außerdem fahndet die Polizei weiterhin nach zwei weiteren Mitbetreibern.

Im Fall von usenetrevolution.info zeichnet sich nun ein ähnliches Bild ab. Wie die Polizei bekannt gab, wurden die Wohnungen von insgesamt 42 Verdächtigen in insgesamt 13 Bundesländern durchsucht und dabei unter anderem Computer und Festplatten als Beweismittel sichergestellt. Als Hauptverdächtiger gilt ein 49-jähriger Mann aus Hessen. Er soll der Administrator der Plattform gewesen sein. Unterstützt wurde er dabei wohl von seiner Ehefrau und drei weiteren Männern aus Hessen. Wie die übrigen Verdächtigen am Betrieb der Plattform beteiligt waren, ist noch nicht abschließend geklärt.

Großer Schaden

Laut Generalstaatsanwaltschaft Hessen hatte die Plattform rund 27.000 Mitglieder. Es wurden Filme, Musik, Hörbücher und andere urheberrechtlich geschützte Werke kostenfrei zum Download angeboten. Den Urhebern und Inhabern von Nutzungsrechten entstand dadurch laut Generalstaatsanwaltschaft ein Schaden von mindestens 2,9 Millionen EUR.

Um die Rechteinhaber vor noch höheren Schäden zu schützen, wurde die Plattform abgeschaltet. Hierzu wurden durch das hessische Landeskriminalamt die Server der Plattform ermittelt. Einer befand sich in den Niederlanden, weitere standen in Frankreich. Durch das Abschalten der Server kann auch die Plattform selbst nicht mehr erreicht werden. Auf die zur Verfügung gestellten Links zum illegalen Download urheberechtlich geschützter Werke kann daher nicht mehr zugegriffen werden.

Nicht mehr nur die Nutzer im Visier

Während in den vergangenen Jahren hauptsächlich gegen die Nutzer von Filesharing-Plattformen vorgegangen wurde, kamen die Betreiber häufig ohne Konsequenzen davon. Dies lag wohl hauptsächlich daran, dass die Strukturen häufig nur schwer nachzuverfolgen waren.

Mit dem Fortschritt der Technik scheint dies aber nun immer besser möglich zu sein. In Zukunft müssen daher wohl nicht nur die Nutzer, sondern auch die Plattformbetreiber regelmäßig mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

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